„Nichts über uns ohne uns“: Menschen mit Beeinträchtigung bestimmen mit
Bei der Lebenshilfe Oberösterreich vertreten gewählte Interessenvertreter:innen die Anliegen ihrer Kolleg:innen. Edeltraud Nussbaumer und Andreas Levaslot sind die neu gewählten Regionalsprecher:innen in der Region Traunviertel und Salzkammergut. Sie setzen sich für mehr Mitbestimmung und Inklusion ein und sprechen für mehr als 400 Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung, die in den Bezirken Vöcklabruck und Gmunden von der Lebenshilfe Oberösterreich begleitet werden.
Wer könnte besser wissen, was Menschen mit Beeinträchtigung brauchen und was ihnen wichtig ist, als sie selbst? Bei der Lebenshilfe Oberösterreich ist deshalb Mitbestimmung ein wesentlicher Bestandteil des Zusammenlebens. In den Wohnhäusern und Werkstätten wählen Menschen mit Beeinträchtigung im Vier-Jahres-Rhythmus ihre Interessenvertreter:innen. Diese bringen Wünsche, Anliegen und auch Beschwerden ihrer Kolleg:innen ein und gestalten damit das Leben in den Einrichtungen aktiv mit.
„Menschen mit Beeinträchtigung sollen nicht nur von Entscheidungen betroffen sein, sondern diese Entscheidungen auch mitgestalten können. Ihre Perspektiven sind unverzichtbar, wenn es darum geht, Angebote und Rahmenbedingungen weiterzuentwickeln“, sagt Mag. Gerhard Scheinast, Geschäftsführer der Lebenshilfe Oberösterreich.
Von der Werkstätte bis zur Landesebene
Die Interessenvertretung ist mehrstufig aufgebaut. Aus den Haussprecher:innen werden Regionalsprecher:innen und in weiterer Folge zwei Gesamtsprecher:innen gewählt. Sie vertreten die Interessen der begleiteten Menschen auch in den Gremien der Lebenshilfe Oberösterreich und der Lebenshilfe Österreich. Damit endet die Mitsprache nicht an der Tür der eigenen Werkstätte oder des eigenen Wohnhauses.
In den Bezirken Vöcklabruck und Gmunden haben die Haussprecher:innen der Wohnhäuser und Werkstätten der Lebenshilfe Oberösterreich Edeltraud Nussbaumer und Andreas Levaslot zu ihren Regionalsprecher:innen gewählt. Die 57-jährige Edeltraud Nussbaumer ist in der Lebenshilfe-Werkstätte Regau beschäftigt und wohnt selbständig in einer eigenen Wohnung in Schwanenstadt.
Andreas Levaslot ist 73 Jahre alt und wohnt im vollbetreuten Wohnen Vöcklabruck 2 der Lebenshilfe Oberösterreich, wo er auch die Funktion des Haussprechers innehat. „Es gibt so viele Themen – wir freuen uns schon darauf mitzugestalten und mitzubestimmen“, sagen die beiden frisch gewählten Regionalsprecher:innen der Region Traunviertel und Salzkammergut. Edeltraud Nussbaumer bringt rund 40 Jahre Erfahrung mit in ihre Funktion: Sie war bereits als Haussprecherin und Regionalsprecherin tätig war, bevor die Interessenvertretung 2008 mit dem Chancengleichheitsgesetz offiziell eingeführt wurde. Andreas Levaslot sammelte bereits Erfahrung als Haussprecher in unterschiedlichen Einrichtungen der Lebenshilfe. Er wurde zum ersten Mal zum Regionalsprecher gewählt.
Unterstützt werden die gewählten Regionalsprecher:innen von Mitarbeiter:innen der Lebenshilfe. Sie helfen dabei, Anliegen aufzubereiten, Informationen verständlich zugänglich zu machen und begleiten die Interessenvertreter:innen bei ihrer Arbeit.
Mitreden, mitgestalten, etwas bewegen
Bei regelmäßigen regionalen und überregionalen Treffen tauschen sich die Interessenvertreter aus, diskutieren aktuelle Entwicklungen und bringen gemeinsame Anliegen ein. Martina Voraberger-Schmidt organisiert als Fachberatung Interessen-Vertretung, die Regionaltreffen der Interessenvertreter:innen und stellt den Informationsfluss zur Geschäftsführung sicher. Die Entscheidungen treffen und ihre Anliegen vertreten sollen jedoch die Menschen mit Beeinträchtigung selbst. Einmal jährlich findet zudem ein Vernetzungstreffen aller Interessenvertreter:innen statt. Zusätzlich vertritt eine Interessenvertreterin die Lebenshilfe Oberösterreich im Interessenvertreter-Beirat des Landes Oberösterreich.
„Nichts über uns ohne uns“ lautet dabei das gemeinsame Credo. Denn Inklusion bedeutet nicht nur, Angebote für Menschen mit Beeinträchtigung zu schaffen. Sie bedeutet auch, Entscheidungen gemeinsam mit ihnen zu treffen – und ihnen dort Verantwortung zu übertragen, wo es um ihr eigenes Leben geht.
„Nichts über uns ohne uns“: Menschen mit Beeinträchtigung bestimmen mit
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Bild 1: Edeltraud Nussbaumer und Andreas Levaslot freuen sich darauf, als Regionalsprecher:innen mitzugestalten und mitzubestimmen.
Bild 2: Edeltraud Nussbaumer und Andreas Levaslot setzen sich als Regionalsprecher:innen für die Anliegen und Wünsche von mehr als 400 Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung ein, die in den Bezirken Vöcklabruck und Gmunden begleitet werden.
15.10.2026