„Nichts über uns ohne uns“: Menschen mit Beeinträchtigung bestimmen mit

Bei der Lebenshilfe Oberösterreich vertreten gewählte Interessenvertreter:innen die Anliegen ihrer Kolleg:innen. Ulrike Weißengruber und Mario Hahn sind die neu gewählten Regionalsprecher:innen in der Region Mühlviertel. Sie setzen sich für mehr Mitbestimmung, Inklusion und Freizeitgestaltung ein und sprechen für mehr als 350 Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung, die in den Bezirken Perg, Freistadt und Rohrbach von der Lebenshilfe Oberösterreich begleitet werden. 

Wer könnte besser wissen, was Menschen mit Beeinträchtigung brauchen und was ihnen wichtig ist, als sie selbst? Bei der Lebenshilfe Oberösterreich ist deshalb Mitbestimmung ein wesentlicher Bestandteil des Zusammenlebens. In den Wohnhäusern und Werkstätten wählen Menschen mit Beeinträchtigung im Vier-Jahres-Rhythmus ihre Interessenvertreter:innen. Diese bringen Wünsche, Anliegen und auch Beschwerden ihrer Kolleg:innen ein und gestalten damit das Leben in den Einrichtungen aktiv mit.

„Menschen mit Beeinträchtigung sollen nicht nur von Entscheidungen betroffen sein, sondern diese Entscheidungen auch mitgestalten können. Ihre Perspektiven sind unverzichtbar, wenn es darum geht, Angebote und Rahmenbedingungen weiterzuentwickeln“, sagt Mag. Gerhard Scheinast, Geschäftsführer der Lebenshilfe Oberösterreich.

Von der Werkstätte bis zur Landesebene

Die Interessenvertretung ist mehrstufig aufgebaut. Aus den Haussprecher:innen werden Regionalsprecher:innen und in weiterer Folge zwei Gesamtsprecher:innen gewählt. Sie vertreten die Interessen der begleiteten Menschen auch in den Gremien der Lebenshilfe Oberösterreich und der Lebenshilfe Österreich. Damit endet die Mitsprache nicht an der Tür der eigenen Werkstätte oder des eigenen Wohnhauses. 

In den Bezirken Perg, Freistadt und Rohrbach haben die Haussprecher:innen der Wohnhäuser und Werkstätten der Lebenshilfe Oberösterreich Ulrike Weißengruber und Mario Hahn zu ihren Regionalsprecher:innen gewählt. Die 55-jährige Ulrike Weißengruber ist seit vielen Jahren Haussprecherin im Wohnhaus St. Georgen/Gusen sowie Regionalsprecherin. Mario Hahn ist ebenso ein erfahrener Interessenvertreter: seit 20 Jahren ist er Haussprecher, seit 8 Jahren Regionalsprecher. Der 47-Jährige Greiner organisiert mit seinem „Freizeitclub“ außerdem Veranstaltungen und Ausflüge für Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung. „Wir freuen uns auf den Austausch mit Kolleg:innen und auf das Mitentscheiden bei Besprechungen“, sagen die beiden frisch gewählten Regionalsprecher:innen.

Unterstützt werden die gewählten Regionalsprecher:innen von Mitarbeiter:innen der Lebenshilfe. Sie helfen dabei, Anliegen aufzubereiten, Informationen verständlich zugänglich zu machen und begleiten die Interessenvertreter:innen bei ihrer Arbeit. 

Mitreden, mitgestalten, etwas bewegen

Bei regelmäßigen regionalen und überregionalen Treffen tauschen sich die Interessenvertreter:innen aus, diskutieren aktuelle Entwicklungen und bringen gemeinsame Anliegen ein. Martina Voraberger-Schmidt organisiert als Fachberatung Interessen-Vertretung, die Regionaltreffen der Interessenvertreter:innen und stellt den Informationsfluss zur Geschäftsführung sicher. Die Entscheidungen treffen und ihre Anliegen vertreten sollen jedoch die Menschen mit Beeinträchtigung selbst. Einmal jährlich findet zudem ein Vernetzungstreffen aller Interessenvertreter:innen statt. Zusätzlich vertritt eine Interessenvertreterin die Lebenshilfe Oberösterreich im Interessenvertreter-Beirat des Landes Oberösterreich. 

„Nichts über uns ohne uns“ lautet dabei das gemeinsame Credo. Denn Inklusion bedeutet nicht nur, Angebote für Menschen mit Beeinträchtigung zu schaffen. Sie bedeutet auch, Entscheidungen gemeinsam mit ihnen zu treffen – und ihnen dort Verantwortung zu übertragen, wo es um ihr eigenes Leben geht.

„Nichts über uns ohne uns“: Menschen mit Beeinträchtigung bestimmen mit

Als Regionalsprecher:innen vertreten Ulrike Weißengruber und Mario Hahn die Meinung von mehr als 350 Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung, die in den Bezirken Perg, Freistadt und Rohrbach von der Lebenshilfe Oberösterreich begleitet werden.

15.10.2026